König Felippe VI kam am 28.6.2018 nach Katalonien, um  eine Preisverleihung für die Prinzessin von Girona zu präsidieren. Der Besuch bescherte nicht nur Freuden.

 Felippe VI kehrte am 28.6.18 in Begleitung seiner Frau Königin Letizia erneut nach Katalonien zurück, um eine Preisverleihung für die Prinzessin von Girona und deren Stiftung (Stiftung Prinzessin von Girona FPdGi) zu präsidieren. An dieser nahm aufgrund eines Vetos des Stadtrates von Girona kein Mitglied der Regierung teil.

Der Präsident der Katalonischen Regierung, Quim Torra, welcher an dem Tag in Washington weilte, traf bereits die Woche zuvor bei der Eröffnung der Mittelmeerspiele den König in Tarragona und warnte bereits damals, dass er und die anderen Mitglieder der katalanischen Exekutive der Zeremonie zu Ehren der spanischen Monarchie fernbleiben würden.

Darüber hinaus reichte er am selben Tag seine Demission als Vizepräsident der «Stiftung der Prinzessin von Girona» ein. Bei seinem dreissigsten Besuch in Katalonien seit seiner Krönung zum König wird Felipe VI die Preisverleihung im Veranstaltungszentrum Mas Marroch del Celler de Can Rocca in der Gemeinde Vilablareix vornehmen, nachdem der Stadtrat von Girona die Nutzung ihres Auditoriums – dem traditionellen Durchführungsort dieser Zeremonie – den Anlass unterbunden hatte.

Abgesehen von diesem Anlass, an welchem ebenfalls der Minister für Wissenschaft, Innovation und Universitäten teilgenommen hatte, nahm das Königsehepaar ebenfalls an den Aktivitäten zur Förderung des Unternehmertums teil, welche von der Stiftung für den Folgetag organisiert wurde. Vorgesehen war, dass auch dieses Event im Auditorium von Girona stattfinden sollte, was ebenfalls nicht möglich war. So fand das Ereignis für dieses Mal im Hotel Camiral in der Gemeinde Caldes de Malavella statt. Bleibt zu hoffen, dass sich wenigstens einige Leute in diesen wunderschönen Ort in der Provinz Selva über den Besuch des Königspaars gefreut hat

Riesig dürfte der Andrang indes nicht gewesen sein, denn auch an den beiden Ersatzlokationen Caldes und Vilablareix lehnten es die Behörden ab, die Königsfamilie in ihren Gemeinden willkommen zu heissen und zu empfangen.

Im Gegenteil; aus aktuellem Anlass hatte Caldes de Malavella zur selben Zeit, an welcher der König in Vilablareix sprach, die Einweihung des neu erbauten «ersten Oktober Platzes» vorgenommen, einem Zeichen der Unabhängigkeit (am 1. Oktober 2017 fand das Referendum über die Unabhängigkeit Kataloniens statt). Während des Anlasses wurde auf einem Bildschirm eine Botschaft vom ehemaligen Präsidenten Kataloniens Carles Puigmont übermittelt.

Es darf somit mit Recht daran gezweifelt werden, dass der König und die Königin auf eine euphorische Bevölkerung stossen werden. Im Gegenteil ist das Königspaar am einen oder andern Ort nicht sonderlich beliebt. So hat beispielsweise die Separatisten Hochburg «Arenys de Munt» (in der Nähe von Barcelona) den König Felippe VI bereits 2016 als zweite Gemeinde zur Persona non Grata erklärt. Die Begründung war, dass der König eine Regierung repräsentiere, welche dem Katalanischen Volk das Ausüben ihrer freien Rechte selber zu Entscheiden unterbinde. Arenys de munt hatte bereits im Vorfeld mehrere Mitglieder der spanischen Regierung zu Personas no gratas nominiert.

Man muss nicht pessimistisch sein, um die Aussage wagen zu dürfen, dass viel Gesprächs- und Kompromissbereitschaft, sowie guter Wille vonnöten sein werden, bis alle Wunden geheilt sind und die Narben weder sicht- noch spürbar sind.

 

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