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Carles Puigdemont scheint noch einen steinigen Weg vor sich zu haben, bevor er dereinst denn nach Katalonien in Spanien zurückkehren können wird. 

Zwar ist seine Partei erst gerade wieder zur stärksten Partei der nordöstlichsten Region Spaniens geworden und die Aussichten sind sehr intakt, dass Puigdemont erneut das katalonischen Parlament präsidieren wird. Die Zentralregierung und die Gerichte Spaniens sorgen jedoch ihrerseits dafür, dass trotz all dem in der Provinz keine Freude aufzukommen vermag.

Die Regionalregierung in Barcelona hat zwar wohl das Recht, ihren eigenen Präsidenten zu wählen. Doch wenn dieser sein Amt nicht am Puls des Geschehens wird ausüben können, sind ernsthafte Probleme bereits vorprogrammiert.

Bild: Carles Puigdemont

So laufen den bereits Vorbereitungen, dass die Amtsübergabe per Videoübertragung stattfinden soll, bei welcher der künftige Präsident Kataloniens aus einem Fernsehstudio in Brüssel live zugeschaltet werden soll. Er soll somit zu einem Piloten werden, der sein Flugzeug aus der Ferne steuern will. Eine andere Option, dass Puigdemont bei der Übergabe durch eine andere Person vertreten wird, steht ebenfalls zur Diskussion. Bleibt nur zu hoffen, dass die Stellvertretung wenigstens über etwas Flugerfahrung verfügt.

So oder so wird es kein guter Start für die neue Regierung, ebenso wenig wie für die Zentralregierung in Spanien. Wie die Geschichte zeigt, haben Sturheit, Dialogverweigerung und Kompromisslosigkeit in der Vergangenheit noch nie zu Einigkeit sowie Prosperität geführt, geschweige denn zu sozialer Einheit.
Im Gegenteil, die aktuelle Verweigerungs- und Sezessionspolitik führt noch zu mehr unkontrolliertem präpotentem Handeln. Nun hat sich bereits ein Komitee von Leuten aus Tarragona und Barcelona gebildet, welches sich von Katalonien abspalten und eine zu Spanien gehörige Provinz «Tabarnia» gründen und ausrufen wollen, also eine Abspaltung von der Abspaltung. Die Begründung lautet, wir vom Süden Kataloniens sind zu unterschiedlich zu denen vom Norden und zudem bezahlen wir mehr als wir bekommen.
Bleibt zu hoffen, dass sich diese Abspaltungswelle nicht zunehmen schneller dreht und die Gesellschaft sich nicht ungebremst weiter spaltet, denn am Schluss landen wir unweigerlich bei der Familie oder bei der Partnerschaft. Warum, wird sich am Schluss sogar der eine oder andere Fragen, soll ich noch mit meinem Partner zusammen sein? Wir sind doch zu unterschiedlich, zudem zahle ich mehr ein, als ich bekomme.

Ich hoffe zu tiefst, dass die Verantwortlichen auf allen Stufen wieder etwas mehr lernen, auf einander zuzugehen, einander zuzuhören, versuchen Kompromisse zu schliessen und auch bereit sind, endlich einmal wieder etwas zu geben, ohne dafür einen Lohn einzufordern.
Bereits die Höhlenmenschen wussten aus Instinkt, dass sie als Spezies nur überleben konnten, wenn sie sich zu einer funktionierenden Gemeinschaft zusammenformten.
Auch wenn uns dieser Instinkt vermutlich bereits verloren gegangen ist, wäre es doch schön, wenn unsere Intelligenz diesen Verlust ausgleichen könnte.  

Ich bin zuversichtlich, dass wir das schaffen, auch wenn die Zeit vermutlich heute noch nicht reif dazu ist.
Aber solange es Menschen gibt wie Mani Matter mit seinem «I han es Zünhölzli azündt», welche umsichtig handeln, besteht gute Hoffnung.

https://www.youtube.com/watch?v=PkGatIgXERI

 

 

Dem Oberste Gerichtshof von Spanien ist Mani Matter sicherlich gänzlich unbekannt. Jedenfalls hat er einen Beschluss gefasst, der zwar Recht spricht, jedoch nicht zwingenderweise richtig sein muss und er hat damit sicherlich nicht so sozial umsichtig und versöhnlich gehandelt, wie unser Mani.

Es steht mir nicht zu, ein Urteil zu fällen, wer nun in diesem Konflikt wie viel Recht hat. Mir tun einfach all die Leute in Spanien und in Katalonien leid, welche wegen diesem Machtpoker auf der Strecke bleiben. Aber vielleicht bin ich auch lediglich ein schlechter Politiker und ein Weichei, der seine Positionen nicht durchzusetzen vermag. Es bleibt immer eine Frage der Optik, der Reflexion und der Empathie.

Die Position des obersten Gerichtshof auf der nächsten Seite

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